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Christoph Seiberth

«Ich war schon gestern für ein Morgen»

Das Ökozentrum Langenbruck setzt sich seit dreissig Jahren für eine nachhaltige Entwicklung ein. Hinter dem Ökozentrum steht die «Stiftung für angepasste Technologie und Sozialökologie». Christoph Seiberth, Geograph und Geschäftsleiter des Ökozentrums, arbeitet im technischen Bereich des Zentrums. Dort entstehen neue Ideen und es werden Konzepte für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt.

Christoph Seiberth hat sich mit Haut und Haar den Themen nachhaltige Entwicklung, erneuerbare Energien und Energieeffizienz verschrieben. Dies auch seiner Familie wegen, denn «ich war schon gestern für ein Morgen», so der dreifache Vater. Sein Ziel ist es, Wege zu finden, um innerhalb dieser Systeme zu leben, ohne sie zu belasten. Deshalb arbeitet er seit vier Jahren für das Ökozentrum Langenbruck. «Wir sind ThinkTank und Vormacher: Im technischen Bereich entwickeln wir clevere Ideen und Konzepte für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien. Im gesellschaftlichen Bereich wollen wir den Konsumentinnen und Konsumenten auf lustvolle Art und Weise die nachhaltige Lebensweise näher bringen», so Seiberth über die Strategie des Ökozentrums.
Zur Umsetzung und gesellschaftlichen Implementierung dieser Konzepte und Ideen sind gute Netzwerke und Partnerschaften unerlässlich. So arbeitet das Zentrum mit vielen Fachhochschulen, Forschungsinstituten, Universitäten und Institutionen eng zusammen. Ausschlaggebend für die Gründung am 30. Oktober 1979 des Ökozentrums Langenbruck war das persönliche Engagement von Prof. Pierre Fornallaz, Dr. W. Bierter und Hans Steinemann, die die Technik für und nicht gegen die Menschheit genutzt sehen wollten.

Schlüsselerlebnis: Tschernobyl

Die Natur biete Nahrung, Erholung, Freude, Energie und Baustoff. Die Gesellschaft sollte lernen, die Natur und ihre Kreisläufe zu verstehen und ihre Grenzen zu respektieren, so der Geograph. Die Katastrophe von Tschernobyl war der Auslöser für Christoph Seiberth, sich in diesem Bereich stark zu machen! «Machtlos musste ich für mich und meine Familie hoffen, dass der Wind in die andere Richtung weht», erinnert er sich. Die Schaffung und Erhaltung von solch fehlerintoleranten Systemen ist für ihn unbegreiflich und unverantwortbar.

Die vorhandenen Potenziale nutzen

Eigentlich wäre die Schweiz prädestiniert für nachhaltige Technologien. «Wir sind das Wasserschloss Europas. Auch Sonne, Wind und Erdwärme stehen uns in gut nutzbaren Potenzialen zur Verfügung», führt Seiberth aus. Zudem, findet der Geograph, habe die Schweiz ein sauberes Image und die intakte Landschaft und Natur bilde die Basis eines unseres stärksten Wirtschaftszweiges. Für Seiberth sind das hohe Bildungsniveau, der ausgeprägte Erfindergeist und auch die finanziellen Mittel der Schweiz weitere Gründe für ein verstärktes Engagement. Sparen und Wirtschaftlichkeit sind urschweizerische Eigenschaften. Daher ist es für ihn unverständlich, dass die Schweiz die Wertschöpfung der Energieversorgung nicht über die Nutzung von erneuerbaren Energien ins Land holt, sondern nach wie vor jedes Jahr mit Milliardenbeträgen ölfördernde Länder und ihre Machenschaften unterstützt.

Visionen einer unabhängigen Energiezukunft

Christoph Seiberths Vision der schweizerischen Energiezukunft ist klar: Dezentral, unabhängig und erneuerbar. Auf lange Sicht seien nachhaltige Technologien viel kostengünstiger als veraltete AKW, zudem können erneuerbare Technologien dezentral eingesetzt werden und bergen sehr geringe Risiken für die Umwelt. Seiberth erzählt voller Stolz vom Ökozentrum Langenbruck: «Das Ökozentrum ist 100% erneuerbar versorgt. Wir haben eine eigene Photovoltaik-Anlage und eigene Sonnenkollektoren auf dem Dach, eine pelletbetriebene Wärmekraftkoppelungs-Anlage im Keller und betreiben die erste netzgekoppelte Windkraftanlage der Schweiz.» Vorreiter wie das Ökozentrum Langenbruck braucht die Schweiz um von der Idee weg zu kommen, es brauche neue AKW. Denn die Investitionen in neue AKW blockieren die Förderung der erneuerbaren Energien und es entspricht auch nicht dem zukunftsgerichteten Image der Schweiz, in veraltete Technologien zu investieren.

Weitere Informationen: http://www.oekozentrum.ch/